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Wie geht es weiter?
 


Therapie

Das Transsexuellengesetz verlangt immer noch zwei psychiatrische Gutachten und die (menschenverachtenden) "Standards zur Behandlung Transsexueller" verlangen eine Psychotherapie (wie auch der MDS -> siehe Menüpunkt "Krankenkasse"). Obwohl man weiß, dass transsexuelle Menschen nicht therapierbar sind, da Transsexualität angeboren ist und keine psychische störung darstellt.

Eine begleitende psychotherapie kann aber dennoch nützlich sein, nur solltet ihr schauen, dass ihr auch wirklich bei einem Psychotherapeuten (Verhaltenstherapie) landet. Da ihr - aus Sicht eurer Umwelt - eure Geschlechtsrolle wechselt (und aus Sicht der Doofen auch euer Geschlecht), müsst ihr mit privaten und geschäftlichen problemen rechnen, die sehr belastend sein können. Meist wird euch ein Therapeut deshalb eine "Anpassungsstörung" diagnostizieren. Das ist ok und bedeutet keine Diskriminierung. Es beschreibt nur, dass ihr euch in einem Umfeld zurechtfinden müsst, das plötzlich evtl. Probleme mit euch hat.

Außerdem ist so eine begleitung wichtig, denn ohne den Nachweis professioneller Begleitung ist es nahezu unmöglich, die für die Inanspruchnahme medizinischer Maßnahmen die erforderlichen Gutachten und Stellungnahmen zu erhalten.


Endokrinologische Maßnahmen

Die endokrinologischen Maßnahmen dienen dazu, den Körper soweit als möglich dem eigenen Geschlecht anzugleichen. Bei der Hormonbehandlung werden euch die Sexualhormone eures eigentlichen Geschlechts zugeführt und die Bildung der Sexualhormone, die ihr zuviel im Blut habt, unterdrückt. Die Hormonbehandlung leitet eine Art zweite Pubertät und damit die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale ein. (Näheres zur Hormonbehandlung siehe: Menüpunkt "Hormone")

Bei transsexuellen Frauen wird die Haut dünner und trockener, das Körperfett verlagert sich hin zu Gesicht, Brust (Gynäkomastie) und auch zu Hüften und Gesäß. Die Körperbehaarung geht zurück. Auch testosteronbedingter Haarausfall kann sich teilweise zurückbilden. Der Bartwuchs wird allerdings kaum beeinflusst. Die Hoden schrumpfen, die Produktion von Sperma bleibt aus (Hodenatrophie). Die Libido (=Sexlust) geht zurück. Langfristig bildet sich auch die Muskulatur zurück, und die körperliche Belastbarkeit sinkt.

Entsprechend wird bei transsexuellen Männern die Haut grobporiger, das Fett verlagert sich von der Hüfte hin zur Taille, die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt als Folge weiteren Muskelaufbaus zu, Bartwuchs setzt ein, die Körperbehaarung kann zunehmen, und die Klitoris wird größer. Das Testosteron bewirkt ein Ende der Regelblutungen, das Einsetzen des Stimmbruchs und häufig eine Intensivierung der Libido.

Zum Vermeiden gesundheitlicher Schäden durch Hormonmangel ist eine lebenslange Hormonsubstitution erforderlich.


Chirurgische und sonstige Maßnahmen

Zusätzlich zur Hormonbehandlung sind auch genitalangleichende Operationen möglich; im allgemeinen gilt zumindest der Wunsch nach diesen Maßnahmen als notwendige Bedingung für die Diagnose "Transsexualität" - leider immer noch. Welche Maßnahmen hier von der Krankenkasse in der regel und unter welchen Bedingungen bezahlt werden, sagt euch das Papier des MDS (siehe Menüpunkt: "Krankenkasse")



Vornamensänderung/Personenstandsänderung

Dies regelt das Transsexuellengesetz (siehe Menüpunkt "Transsexuellengesetz").

Eine Vornamensänderung muss beim Amtsgericht in Stuttgart formlos beantragt werden. Hier solltet ihr zwei Gutachter vorschlagen, damit das Gericht nicht irgend jemanden bestimmt. Für den Großraum Stuttgart sind das in der Regel Dr. Dr. Rosenau (Böblingen), Dr. Netzold (Reutlingen) und Prof. Dr. Täschner (Stuttgart).

Gleiches gilt für die Änderung des Geschlechtseintrages. Wobei ihr euch dafür zuvor medizinischen Maßnahmen unterziehen müsst.